Wilde Kräuter für die Küche und die Apotheke Schätze vor unserer Tür! Ein Praxistag in Wald und Flur!

geschrieben von Seminarteilnehmer/innen
am 10 Juli 2016

Seminar von Maren Ziegler am vom 10. bis 12. Juni 2016 im Schullandheim Lankau, Mölln

Ein Erfahrungsbericht einer Seminarteilnehmerin (siehe Seminarrückblick)

Von Freitag, 10. Juni bis Sonntag, 13. Juni fand in Otterndorf an der Elbmündung ein „Kräuterseminar“ mit Maren Ziegler statt. Erfreut machte ich mich auf den Weg. Gespannt auf Maren, auf die anderen Teilnehmer und natürlich, welche Kräuter wir uns genau anschauen würden. Wir haben in Otterndorf in der dortigen Jugendherberge übernachtet - für mich das erste Mal wieder seit meiner letzten Klassenreise - damals schrieb man noch die 19 vor das Jahr ... ABER, das Klassenreisengefühl setzte sofort, nach Eintreten in die Schlafräume, wieder ein.

Fast jeder durfte aber allein in einem Zimmer schlafen. Ein paar Teilnehmer und auch Maren waren schon dort, sodass wir uns noch schnell, bevor es offiziell losging, auf den Weg zur Elbmündung/Nordsee gemacht haben. Inklusive Fischbrötchen, steifer Brise und der Ausschau nach Kräutern ... Eine der ersten, die wir entdeckten, war der Baldrian. Zurück in der Herberge, mittlerweile waren auch die anderen Teilnehmer angekommen, startete Maren das Seminar und schon tauchten wir ein in die faszinierende Welt der Heilkräuter, die in unserer direkten Nachbarschaft zu finden sind. Allein im Garten der Jugendherberge fanden wir schon den Grundstock für unsere selbst angesetzten Öle.

Am Samstag starteten wir mit einer Tee-Zeremonie. Maren setzte einen Tee auf. Wir kamen zur Ruhe und durften erst dann daran schnuppern und ihn schmecken. Grandios! Wir waren alle ganz stolz, hatten wir doch sofort erkannt, dass es sich um Salbei handelte! Aber dann kam die Auflösung und Maren durfte sich über 7 staunende Gesichter freuen. Es war Rosmarin!

blog-giersch 01So begannen wir mit diesem dufteten Kraut, besprachen am Samstag diverse Kräuter, gingen - bei wunderbarem Wetter - in den Garten und machten dort eine „Wildniswanderung“. Gundermann, Brennnessel, Spitz- und Breitwegerich, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wildrose, Giersch, Holunderblüte, Knoblauchsrauke und viele weitere Pflanzen boten sich uns an.

Im Anschluss an die Wanderung machten wir eine „Pflanzenmediation“, bei der wir, immer als Paar, den anderen Partner (mit geschlossenen Augen) zu „seiner“ Pflanze führten. Es kam zu intensiven und aussagekräftigen Begegnungen mit „unserer“ Pflanze.

Am Vormittag hatten wir auf unserer ersten Wanderung schon Wildrosenblüten gesammelt, mit Wasser aufgegossen und ziehen lassen. An diesem köstlichen Getränk labten wir uns in der Mittagszeit, um dann gestärkt am Nachmittag noch weitere Kräuterrezepte zu erlernen. Auch Öle und Tinkturen haben wir am Gartentisch hergestellt. Jeder „seine“. Alle wunderbar riechend und hübsch anzusehen.

Den Abend verbrachten wir damit, aus Gundermannblättern „Wiesen-After-Eight“ zuzubereiten und knusprige Brennnessel-Chips! Lecker!

Die letzten Stunden am Sonntag begannen wir wieder mit einer Tee-Zeremonie. Dieses Mal waren wir klüger und hielten uns mit unseren „Schnupper- und Schmeckideen“ zurück! Jetzt war es der Spitzwegerich. Im Anschluss lehrte uns Maren noch, wie wir Salben kreieren können und wir kochten zusammen eine „Familien Salbe“, von der wir alle eine kleine Dose mitnehmen durften!

Und zu guter Letzt haben wir aus allen „Resten“ und noch etwas Obst und Feldsalat einen leckeren Smoothie gemixt und sind damit gesund und glücklich wieder auseinander gegangen.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Maren Ziegler bedanken, die ein interessantes Seminar für uns vorbereitet, uns super Material an die Hand gegeben hat und damit einen tieferen Einblick in die Welt der Heilpflanzen, in unserer direkten Umgebung, mit auf den Weg geben konnte. Ich habe durch das Seminar eine „meiner“ Pflanzen schätzen gelernt. Den Giersch. Unscheinbar und unverwüstlich. Kämpft sich durch die Beete. Hat winzige Blüten, die, wenn ich sie näher betrachte, zauberhaft sind. Lauter kleine Sterne. Ist sehr gesund. Eisen und Kalium sind besondern in ihm vorhanden. Schmeckt ein bisschen wie Petersilie und ist das ganze Gartenjahr über vorhanden.
Meine Öle sind mittlerweile gefiltert. Ebenso die Tinktur für meine Tochter. Meine Salbe wird genutzt. Ich werde damit weitermachen.

Text: Kerstin Kleenworth


Zweiter Erfahrungsbericht einer Seminarteilnehmerin und eines Seminarteilnehmers

„Guck mal, die Sonnenblume ist ja groß geworden!“ Der fassungslose Blick meiner Lebensgefährtin: Ohne Worte. Mit soviel Liebe hat sie Dahlien gepflanzt - und dann DAS!

blog-baldrian 01Ja, so war das: „Grünzeug“ und Blumen sahen in meinen Augen alle gleich aus. Rosmarin, Thymian, Majoran konnte ich unterscheiden, weil ich sie esse. Baldrian nehme ich gepresst zu mir und trinke auch mal Kräutertee (wenn draufsteht, was drin ist). Aber wie die Pflanze dazu aussieht? Kontakt zum Geistwesen? Essenz-Reisen? Mitnichten. Letztere war jene Hausaufgabe, die bei mir bereits in der Ausbildung bei Hildegard in der hinteren Reihe landete.

Seit 4 Jahren wohne ich nun mit einem traumhaften Garten direkt am Wald. Bäume und Tiere sind mir nah, Blumen und Kräuter gucken mich an, aber ich sie nicht. Das musste sich ändern. Deshalb zögerte ich keine Sekunde, als Rettung in Form des Geschenks an die Mitglieder vom SNE hereinschneite: Der Kräuterworkshop bei Maren Ziegler. Und der hat sich in jeder Hinsicht gelohnt!

Das Beste zuerst: Ich bin ONLINE. Mit den Pflanzen! Sie sprechen mit mir. Nach dem Workshop wandle ich verändert durch Garten, Wald und durch unser Gewerbegebiet. Dort wächst Ackerschachtelhalm zwischen Betonritzen! Während ich auf den Reifenwechsel meines Kfz warte, sinniere ich: „400 Millionen Jahre... “, berühre ehrfürchtig diese starke Wildpflanze. So lange gibt es diese Art schon, wie ich von Maren weiß. Das erste Wunder: Ich erkenne es, das „Zinnkraut“ und kommuniziere mit ihm. Das zweite Wunder: Es schwemmt Überflüssiges aus uns heraus, strukturiert und ordnet. Wie eine kleine Wirbelsäule sieht er aus, selbige stärkt er mit Kieselsäure und seinem klaren Geist. Er ist Medizin für Chaoten wie mich. Insgeheim liebe ich Ordnung und Struktur, verliere diese aber oft im Alltagsgefecht. Hinweis: Nicht im Sommer pflücken, er hat giftige Zwillingsgeschwister!! Der Ackerschachtelhalm kommt im Frühjahr zu allererst; seine Sporen sind sichtbar bevor sie zu den klassischen „Tannenwedeln“ werden. Bei Zweifeln immer Fachleute konsultieren - das gilt für alle Wildpflanzen!

blog-zinnkraut 01Aber von vorn: 7 Teilnehmende kommen an diesem Wochenende in den Genuss von Maren Zieglers Erfahrungsschatz. Ihrer Liebe zu den grünen Wesen kann sich niemand entziehen. Spannend, berührend, Humor-positiv, einfach mitreißend!

Im Zentrum ihrer Arbeit steht der seelische Kontakt mit den Pflanzenwesen. Einen Tee mit unbekanntem Kraut mit allen Sinnen zu erfassen ist neu für mich. Riechen, schmecken, im Körper erspüren, Bilder kommen lassen und mit allen teilen. Ein gemeinsames Mosaik entsteht, bis der Pflanzengeist seine Präsenz im Raum auffaltet. „Salbei!“, rufen wir enthusiastisch. Bin ich glücklich! Nicht über den „Salbei“, sondern darüber, dass nicht nur ICH Pflanzen verwechsle: Bei unserer ersten Teezeremonie ist jener „Salbei“, den fast alle „erkennen“ in Wirklichkeit Rosmarin!

Nächster Tag. Nicht Blatt vor den Mund, IN den Mund! Mit verbundenen Augen verspeise ich gierig Blätter einer mir unbekannten Pflanze, welche meine Übungspartnerin für mich erreist hat. „Wildpflanzen-Partnervermittlung“, scherzen wir ... die Reise zu zweit ist kraftvoll, ich kann vom Denken Abstand nehmen, mich hingeben. Es ist, als esse ich Obst. Herb-süß, fest wie die Schale einer Birne. Die Pflanze piekst. Sie macht Lust auf „Hülle & Fülle“, ich könnte schamlos „aufdrehen“, aus allen Quellen schöpfen: Her mit dem prallen Leben! Weil ich das Blatt eines jungen Weißdorns gegessen habe? Auch das. Klassisch stärken seine Früchte das Herz. In tiefer Verbindung zum Pflanzengeist und im Dialog mit meiner Übungspartnerin erspüre ich, was er für mich ist und wie er mich heilt: Mit Urvertrauen. Sein Elixier für mich: Dein Weg, er entsteht beim Gehen, mach dir keinen Kopp. Fühler ausstrecken! Diese Qualitäten kann ich auch anderen weitergeben, wenn ich mich an Bruder Weißdorn halte, denn das erfahre ich durch ihn. Das war nur die Spitze vom Eisberg ...

blog-gundermann 01Wer das selbst erfahren möchte, dem empfehle ich das Seminar bei Maren Ziegler. Unabhängig vom Stand der eigenen Pflanzenkenntnis: Ihre Begeisterung und ihre kreativen Ideen sind absolut erlebenswert! Von verschiedenen Ebenen bringt sie uns die heimischen Wildpflanzen nahe: Spirituelle Pflanzen-Karten, Smoothie-Kreationen, Rosenwasser und Gundermann-„After-Eight“ (Blätter mit Schoko!), Insektenstich-Salbe, Ölauszüge, Tinkturen. Maren öffnet uns die Tore zu den „wilden Genossen“ mit Humor, erzählerischem Talent, einer wundervollen Büchersammlung, eingängigen Spaziergängen und tief gehender schamanischer Arbeit.

Neben diversen Lachanfällen und dem Teilen persönlicher Erlebnisse arbeiteten wir strukturiert und effektiv. Ich habe selbst hergestellte Gänseblümchentinktur, Rosmarinöl und Gundermannsalbe mit nach Hause gebracht. Einer deprimierten Freundin verabreichte ich stante pede eine Gänseblümchen Teekur, die ihr prompt geholfen hat. Ich praktiziere jetzt Kräuterliebe.

Eine Woche nach dem Seminar fand ich vor dem Weißdorn, bei dem ich gerade meditierte, eine meiner schönsten Bussardfedern (Anmerkung: Ich finde fast nie Federn, schon gar nicht solche!). Der Workshop hat mir Einlassen und Hingabe an die Pflanzen ermöglicht. Für mich eine Initiation, das Tor ist geöffnet.

Danke Maren, für deine Leidenschaft, den Spielraum, den du uns beim Entdecken gelassen hast und deine professionelle Arbeit. Danke auch an diese tolle Gruppe. Die Atmosphäre war offen, tolerant und herzlich, das hat mir sehr gut getan.
Ganz großen Dank beim Vorstand für das großzügige und inspirierende Geschenk!!

Zum guten Schluss: Wer wie ich beim Anblick von Stock-Betten eher das Laufen kriegt, dem kann ich nur Mut machen. Die helle, freundliche und moderne Jugendherberge in Otterndorf an der Elbmündung ist angenehm und dabei komplett Resopal-frei. Ein wunderschönes Haus im Cottagestil, freundliches Personal, internationale Gäste jeden Alters und ein gut sortierter Kiosk, der bis 22 Uhr geöffnet hat!

Mit bester Empfehlung, Leo und Nadja

Zum Seminarrückblick

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