Wie definieren wir Schamanismus?

Schamanismus ist das älteste Kulturerbe der Menschheit. 

Diese alten Wurzeln enthalten bereits alle ökologischen und physikalischen Erkenntnisse in einer metaphorischen Art und Weise. Die Grundlage dieser Art, das Leben zu betrachten, ist die Überzeugung, dass alles was ist, beseelt ist, sich beständig wandelt und sich mitteilt.

Das Kunstwort „Schamanismus“ stammt aus einer sprachlichen Verallgemeinerung früherer europäischer Völkerkundler. Sie haben vermutlich ein tungusisches Wort zur Bezeichnung von Menschen verwendet, die sich ihrer Meinung nach seltsam verhielten. Dieses Kunstwort hat sich international so schnell durchgesetzt, dass es heute Sinn macht, es zu benutzen. SchamanenInnen selbst haben meist ganz andere Eigenbezeichnungen. 

Schamanismus ist ein universelles Menschheitserbe. Jedoch trägt jede schamanische Kultur ihr eigenes Kleid, das den Menschen von Kindesbeinen an vertraut ist. Das gilt auch für europäische Bedingungen.

In allen Kulturen ist Schamanismus in einer erdverbundenen Alltagskultur verwurzelt. Schamanische Kulturen leben den Respekt vor unserem Planeten Erde, unserer Gaia. Schamanismus kennzeichnet eine freie Spiritualität, die ihren Platz im Alltag hat und ihn durchdringt. Schamanismus ist ein freier, aber ein spiritueller Lebensweg. Schamanimus ist deswegen weder eine Buchreligion noch ein psychotherapeutisches Konzept. Schamanismus ist praktische Spiritualität und lebt von Erfahrung und einem spürbaren Nutzen. Schamanismus weiß um Möglichkeiten des Gestaltens auf vielen Ebenen von Realität. Im schamanischen Weltbild leben wir Menschen in bewusster und lebendiger Verbindung mit unseren Verwandten, den Steinen, den Pflanzen und den Tieren.

Mit Ritualen und Jahreskreisfesten feiern wir unsere Verbundenheit mit allem, was ist. Visionssuchen und Einweihungsfeiern helfen uns, als Menschen zu reifen und unseren Platz in der Schöpfung zu finden.

Schamanische Arbeit wird praktisch genutzt:

  • In der Heilkunde für einzelne Menschen
  • Für heilsames Zusammenleben in der Gemeinschaft
  • Für eine ausgeglichene Balance von Körper und Seele, Einzelner und Gruppe
  • Für das Wissen, dass im Anbau von Pflanzen und im Umgang mit Tieren notwendig ist
  • Für die Überlieferung von Werten und der Geschichte der Gruppe

Schamaninnen und Schamanen sind verantwortliche Träger und Bewahrer ihrer Kultur. Jedoch erliegen in allen Kulturen einige von ihnen der Verführung, ihre Fähigkeiten zum Schaden anderer zu nutzen. Schamaninnen und Schamanen werden in einem langen, intensiven Lernprozess ausgebildet, der ein diszipliniertes Lernen und Arbeiten erfordert. Eine lebendige Beziehung zu den Ahnen, zu helfenden Geistwesen und zur Erde ist notwendig, um in absichtsvoll veränderten Bewusstseinszuständen sinnvoll arbeiten zu können.

Schamaninnen und Schamanen verfügen über viele Möglichkeiten des Gestaltens. Sie „reisen“ in andere Wirklichkeiten, sie extrahieren Probleme oder orakeln, um zu beraten. Mit Pflanzen und Tieren zu sprechen oder Krankheiten zu heilen, ist für sie möglich. Sie sind jedoch immer nur Vermittler geistiger Heilkräfte. Entgegen einer verbreiteten Meinung muss man nicht unbedingt als Schamane/in geboren sein. Es kann auch ausreichen, sich ganz diesem Lebensweg zu widmen. Schamanismus ist keine Heil-Methode. Es ist ein Lebensweg.

schamanische heilkunst in europa

Heute existieren, ganz im Verborgenen, immer noch einige Reste einer alten, europäischen Heilkunst. Diese Reste können aufgespürt und mit Unterstützung traditioneller SchamanenInnen in die heutige Gegenwart Europas hinein übersetzt werden. Auf diese Weise wird altes Wissen wieder zu neuem Leben erweckt.

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