„Der Urklang der Seele: über die archaische Musik Europas“

Seminar von Sabine Weyhe am 16. bis 18. September 2011 in Kakenstorf

Es war ein rundum gelungenes Seminar, ein Erlebnis für Ohr und Herz. Wir lernten u.a. , dass es 2 Grundrhythmen im menschlichen Leben gibt: Den Herzschlag - schon vor der Geburt = den hat jeder für sich allein, den Atem - nach der Geburt = den teilt jeder mit der Gemeinschaft, daran ist die ganze Welt beteiligt, ich atme Luft, die irgendwo auf der Welt schon geatmet wurde.

Um frei zu singen, muß man keine Ausbildung haben. Sich einlassend auf Dissonanzen und spielerische Experimente entsteht ein neues, dabei uraltes eigenes Musikerleben. Die eigene Stimme mischte sich mit den Stimmen der Anderen, die erzeugte Spannung ließ den Körper schwingen und verlagerte Aufmerksamkeit und Wahrnehmung in die Gegenwart. Es ist eine erstaunliche, überraschend wohltuende Klangwelt.

Dann - dass man beim Joik, nicht für eine Person oder den Berg etc. singt, sondern die Person, den Berg etc. selbst singt. 

Der Joik drückt den Charakter aus und klingt bei jedem etwas anders, wie auch die Stimmung und die Wahrnehmung des Einzelnen immer unterschiedlich ist.

Wir fühlten, wie bei den Körperbehandlungen die Schwingungen der Instrumente auch tiefliegende Organe erreichten, wir tönten für den Wald und ließen das Wasser einer Quelle mithilfe kleiner tönerner Wasserpfeifchen kräftiger sprudeln.

Alle Teilnehmenden suchte sich eines der alten Instrumente (Knochenflöte, Ratsche, Rahmentrommel, Birkenhorn, Hasel- und Hirschrassel, Eulenflöte, Klangsteine, Urdu, Birkenhorn Große Trommel) und machte sich eine Weile damit vertraut. Anschließend kamen wir wieder zusammen und jeder stellte seine `Melodie ´ vor, gespielt oder gesungen, nach und nach stimmten alle ein – jeder mit seinem Ton/Instrument => es verselbständigt sich, Joik und Instrumente finden sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Was da entsteht kann man schlecht beschreiben, man muss es einfach selbst erleben. Plötzlich schwingt man mittendrin und ist ein Teil des Ganzen. So haben schon unsere Vorfahren Heilung vollzogen und Gemeinschaft erlebt; einfach grandios.

Jeder Teilnehmer hat ein Schwirrholz gebaut und verziert, als Tribut und Verbindung zu den Europäern der Steinzeit, die dieses Instrument schon vor mindestens zehntausend Jahren kannten.

Für ein Abschlussritual gestaltete jeder Teilnehmer eine kleine Skulptur Wurzel und Flügel - Baumwurzel = wir brauchen Wurzeln, das Wissen um unseren Ursprung, damit wir Flügel entwickeln; Flügel = wie setze ich Ideen um, wie bringe ich es in Bewegung.

Mithilfe des Rhythmus von Rahmentrommeln haben wir das „Trommelreisen“ kennengelernt. Mit der Großen Trommel und Gesang und Bewegung wurde das Ritual beendet.

Ich hoffe Sabine wird dieses Seminar noch oft abhalten, damit noch viele ihre Begeisterung teilen können.

Seminarteilnehmerin: Barbara Hübel

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