28 Jul

„Lammas“ - Das Kornerntefest Anfang August

geschrieben von Tanja Dreeßen

Anfang August (1./2. August) feiern wir das Fest der Schnitterin, das Kornerntefest, genannt „Lammas“.

Auch wenn es nicht überall so heiß ist, es ist dennoch Hochsommer und die Zeit der heißesten Tage. Der Sommer ist spürbar und auf den Feldern herrscht Hochbetrieb. Viele Pflanzen tragen Früchte, das Getreide ist reif, die Ernte muss ins Haus.

Nach der Zeit des Reifens, die rund um die Sommersonnenwende war, ist nun eine klare Handlung gefragt. So fordert die Jahreszeit heraus, einen bewussten „Schnitt“ zu setzen, denn die Zeit der Fülle wird vorüber gehen. Das Getreide wird geschnitten, um es nutzen zu können. Dieses Abschneiden ist symbolisch auch der Abschied von der Hitze und der Fülle.

Früher wurde aus dem ersten geernteten Korn und dem so gewonnenen Mehl ein Brotlaib gebacken, dem besondere Kraft nachgesagt wurde.

blog-lammas 02Bei unseren eigenen Projekten und Aufgaben kann es jetzt darum gehen, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu schauen, was wir wirklich ernten wollen und was nur unnötiger Ballast ist, der uns eher hindert als vorwärts bringt.

Wir feiern die „Schnitterin“, die ganz bewusst mit der Kraft ihrer Sichel (die der abnehmenden Mondsichel entspricht) erntet, um zu leben. Das Fest war der Auftakt für die Ernte, die bis Ende September unter Dach und Fach sein musste. 
So gab es ausgelassene Freude inmitten anstrengender Arbeit. Tänze zu Ehren der Sonne sollten die aufgeladenen Orte noch mehr aktivieren.

Als Dank an die Natur gab es die schöne Tradition die schönste Garbe auf dem Feld stehen zu lassen, oder die größten Äpfel am Baum zu lassen.

Für uns ist es auch heute ein gute Zeit, um zu ernten, was wir gesät und genährt haben.

Wir dürfen die Geschenke der Natur verarbeiten und als Dank eine Gabe von Brot, Wein oder einer Puppe aus Kornähren am Ernteplatz hinterlassen. Diese Opfergabe bedeutet auch, nicht alles nur bei sich zu horten, sondern immer auch ein Teil wieder an Bedürftige abgeben zu können.

Es lohnt sich, Kräuterbündel herzustellen, z.B. aus Johanniskraut, Schafgarbe, Königskerze, Baldrian, Wermut, Beifuß, Kamille und Thymian. Schaut, was euch anspricht und wählt die Kräuter intuitiv aus, denn auch die in dieser Zeit geernteten Heilkräuter hatten eine besondere Kraft und wurden geweiht. Die Kräuterbündel wurden im Haus aufgehängt, boten Schutz durch ihre Präsenz und wurden im Winter als Hausapotheke genutzt.

Ich wünsche Ihnen ein freudiges Fest und eine gute Ernte!

Ihre Tanja Dreeßen (Heilpraktikerin für Psychotherapie)

 

Bild Kornfeld @Hans Braxmeier auf https://pixabay.com
Bild Strohballen @ bernswaelz auf https://pixabay.com

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