09 Aug

„Lammas“ - Das Kornerntefest Anfang August

geschrieben von Tanja Dreeßen

Anfang August (1./2. August) feiern wir das Fest der Schnitterin, das Kornerntefest, genannt „Lammas“.

Dieses Jahr haben wir den so genannten Jahrhundertsommer.

Seit Wochen Sommer, Sonne und Sonnenschein. Die einen freuen sich und die anderen stöhnen und haben große Einbußen. Die Getreideernten fallen dürftig aus, es gibt weniger Futter für die Tiere und leider sind viele Vögel und Insekten bereits verdurstet.

Klimawandel ist ein Thema. Und ebenso, wie wir wohl mit unserem Konsum etwas veränderen können. Das geht schon damit los, nicht mehr das "Billigfleisch" zu konsumieren und der "Geiz-ist-geil-Gesellschaft" den Rücken zu kehren. Die Herstellung von Fleisch und Milchprodukten ist durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Methan und CO2 einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Die Zahlen variieren: Einigen Studien zufolge liegt der prozentuale Anteil der Massentierhaltung an den weltweiten Treibhausgas-Emissionen bei etwa 14,5%.Andere Studien schätzen den Anteil der Massentierhaltung sogar wesentlich höher ein, nämlich zwischen 18 % und 30 %. Viele wissen immer noch nicht, dass die Massentierhaltung solche verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt hat. Ich finde es sehr schamanisch, sich über unsere Mit-LEBEwesen und über unsere Umwelt Gedanken zu machen. Und darüber, was wir tun können. Wie sehen Sie das? 

Unsere Vorfahren lebten noch anders und mit viel Respekt für Tier und Umwelt. Wie wurde die Zeit um Lammas verbracht?

Nach der Zeit des Reifens, die rund um die Sommersonnenwende war, ist nun eine klare Handlung gefragt. So fordert die Jahreszeit heraus, einen bewussten „Schnitt“ zu setzen, denn die Zeit der Fülle wird vorüber gehen. Das Getreide wird geschnitten, um es nutzen zu können. Dieses Abschneiden ist symbolisch auch der Abschied von der Hitze und der Fülle.

Früher wurde aus dem ersten geernteten Korn und dem so gewonnenen Mehl ein Brotlaib gebacken, dem besondere Kraft nachgesagt wurde.

blog-lammas 02Bei unseren eigenen Projekten und Aufgaben kann es jetzt darum gehen, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu schauen, was wir wirklich ernten wollen und was nur unnötiger Ballast ist, der uns eher hindert als vorwärts bringt.

Wir feiern die „Schnitterin“, die ganz bewusst mit der Kraft ihrer Sichel (die der abnehmenden Mondsichel entspricht) erntet, um zu leben. Das Fest war der Auftakt für die Ernte, die bis Ende September unter Dach und Fach sein musste. 
So gab es ausgelassene Freude inmitten anstrengender Arbeit. Tänze zu Ehren der Sonne sollten die aufgeladenen Orte noch mehr aktivieren.

Als Dank an die Natur gab es die schöne Tradition die schönste Garbe auf dem Feld stehen zu lassen, oder die größten Äpfel am Baum zu lassen.

Für uns ist es auch heute ein gute Zeit, um zu ernten, was wir gesät und genährt haben.

Wir dürfen die Geschenke der Natur verarbeiten und als Dank eine Gabe von Brot, Wein oder einer Puppe aus Kornähren am Ernteplatz hinterlassen. Diese Opfergabe bedeutet auch, nicht alles nur bei sich zu horten, sondern immer auch ein Teil wieder an Bedürftige abgeben zu können.

Es lohnt sich, Kräuterbündel herzustellen, z.B. aus Johanniskraut, Schafgarbe, Königskerze, Baldrian, Wermut, Beifuß, Kamille und Thymian. Schaut, was euch anspricht und wählt die Kräuter intuitiv aus, denn auch die in dieser Zeit geernteten Heilkräuter hatten eine besondere Kraft und wurden geweiht. Die Kräuterbündel wurden im Haus aufgehängt, boten Schutz durch ihre Präsenz und wurden im Winter als Hausapotheke genutzt.

Eine gute Zeit für Sie! 

Ihre Tanja Dreeßen (Heilpraktikerin für Psychotherapie)

 

 

Bild Kornfeld @ivabalk auf https://pixabay.com
Bild Strohballen @ bernswaelz auf https://pixabay.com

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