Für unsere Vorfahren, die noch keine Mähdrescher zur Verfügung hatten, bedeuten die Wochen im August und September schwere körperliche Arbeit. Wetterglück und der Segen des Göttlichen waren nötig, um sich einen sorglosen Winter zu sichern. So ist es verständlich, dass die Ernte mit zahlreichen Ritualen und Zeremonien durchgeführt wurde. 
Z.B. gab es einheitliche mit Blumen geschmückte Erntekleidung. Bevor die Arbeit begann, verneigte man sich am Feldrand.

Wenn in der Landwirtschaft die Zeit der intensiven Arbeit dem Ende zu ging, begannen die Märkte, die Ware wurde verkauft und es wurde gemeinsam gefeiert.

Der 21. September, die Tagundnachtgleiche, im Kirchenkalender der Matthäustag, ist ein Tag, der in früheren Zeiten eine herausragende Bedeutung hatte.

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10 Aug

Mittsommer und Beifuß

geschrieben von Maren Ziegler

Beifuß und Mittsommer

Bis heute wird Beifuß in den unterschiedlichsten Kulturen der Welt ähnlich verwendet. Mit Beifuß wird geheilt und geräuchert, heilige Gegenstände werden geweiht und der Mut der Krieger beschworen. Mit einem Beifuß-Besen wurde vor der Haustür gefegt und im Haus wurden Beifußkränze aufgehängt, um damit böse Geister fernzuhalten. Zur Sonnenwendfeier trugen die Tänzer früher aus Beifuß geflochtene Armbänder und Gürtel zur Vertreibung von Geistern und Dämonen. Der Beifußwedel wurde zum Ende des Festes in die Glut geworfen und und dazu wurde gesagt: „Es gehe hinweg und werde verbrannt mit diesem Kraut all mein Unglück“.

Beifuß trägt auch den Namen „Donnerkraut“, denn die Zeit der Sonnenwende ist häufig von Gewittern begleitet. Im Gewitter funkt es zwischen Himmel und Erde, und deshalb findet sich der kraftvoll-intuitive Aspekt des Beifußes auch in manchem Liebeszauber. Beim „Beifußbrechen“ am Johannistag starren Frauen solange durch einen abgebrochenen Zweig, bis sich die magische Seite der Welt auftut und der zukünftige Liebste vor ihrem inneren Auge erscheint.

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