10 Dez

Was haben wir eigentlich mit „Indianern“ zu tun?

geschrieben von Hildegard Fuhrberg

Die Sioux in North Dakota haben ein handfestes Problem mit US-Konzernen!

Die Ureinwohner Amerikas, wie wir sie nennen sollten, also die Menschen der „first nation“, fristen ein Leben das so gar nichts mit unseren Klischees über sie zu tun hat. Wir wissen kaum etwas Wesentliches über sie. Westernfilme oder Karl May Sehnsüchte diffamieren alles, was für diese Menschen Bedeutung hat.

Damit nicht genug, jetzt verlegen US Konzerne eine riesige Pipeline am Rand ihres Reservates, die ungeheure Mengen an Öl von Dakota weiter an die Küsten leiten soll. Diese „black snake“ wollen die Sioux auf gar keinen Fall auf ihrem Land dulden. 

artikel 06 bild 01Erstens sind die Landrechte unklar, denn 1851 gab es einen völlig umstrittenen Vertrag mit den Sioux.

Zweitens befürchten sie, dass bei einem Leck ihr kostbares Trinkwasser dauerhaft verseucht würde. Sie leben immerhin in der trockener Prärie. Diese Angst ist absolut berechtigt, denn die leitende Firma hatte seit 2010 bereits 200 Schadensfälle anderswo zu bearbeiten.

Drittens geht es um Land auf dem ihre Vorfahren bestattet wurden, die bei einer blutigen Schlacht mit der US Armee 1863 ums Leben kamen. Nun wollen sie Frieden für ihre Ahnen.

Nichts davon interessiert die Konzerne und die Banken. Obama wollte zwar irgendwann einmal die Rechte der indigen Bevölkerung respektieren, aber bald tritt Trump an und der ist, mit dem an der Pipeline beteiligten Konzern „Energy transfer partners“, mit hohen Summen finanziell eng verbunden. Das verspricht nichts Gutes.

Mittlerweile reisen Ureinwohner aus ganz anderen Stämmen mit Autos oder Pferden an, um die Gebetskreise vor Ort oder auch in Chicago zu unterstützen. Umweltgruppen werden aktiv. Eine Welle der Solidarität geht im Netz um die ganze Welt. Es ist die grösste stammes- und kulturübergreifende Aktion für die Interessen der Ureinwohner seit 100 Jahren. Sogar hunderte von Pastoren und US Kriegsveteranen engagieren sich und Unterstützung kommt auch von den Sami aus Norwegen.
Die Demonstranten trotzen dem harten Winter tapfer.

Die US Regierung hat zunächst eine Verlegung der Pipelineroute vorgeschlagen, aber das hat die Betreiberfirma sofort abgelehnt.
In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen der Polizei. Hunderte Menschen wurden verletzt, Dutzende schwer. 400 Menschen wurden bereits festgenommen.

Der Showdown drohte und spätestens am 5. Dezember 2016 sollte das Camp geräumt werden.
Aber es ist ein wichtiger Etappensieg für die Sioux von Standing Rock errungen! Der 5. Dezember 2016 ist verstrichen und in Dakota hat sich keine Katastrophe ereignet. Ganz im Gegenteil! Die US Behörden haben am Sonntag davor die Segel gestrichen und die Route der Pipline verändert. Das ist wunderbar und ein großer Sieg für die Standing Rock Sioux und alle die sie unterstützt haben.
 
Ob diese Entscheidung gültig bleibt, muss sich erst noch zeigen. Ab Januar ist Trump Präsident und hat dann ein Mitspracherecht und er selbst hält Aktien an der Betreiberfirma der Pipeline.

Was geht das uns an und was können wir da noch tun?

Wir sind längst nicht so weit von allem entfernt wie wir glauben. Deutsche (Bayern LB) und andere europäische Banken (DNB Norwegen) haben hier gewaltig ganz direkt die Finger mit im schmutzigen Ölgeschäft. Commerzbank und Deutsche Bank haben immerhin Zulieferern des Projekts Kredite in Millionenhöhe gewährt. Das sind unsere Banken!

  • Was wäre, wenn vor allen betroffenen Banken Flugblätter dazu verteilt werden würden?
  • Was wäre, wenn wir kritische Briefe an die regionalen Filialleiter der Banken schreiben würden?


Denn das gute Image ist für die Banken ein hoher Wert. Wenn an dem gekratzt wird, geht das sofort an ihr Geld.
Das ist gut zu wissen.

UND! Bringen wir Trump bei, dass viele Menschen auf der Welt die Sioux von Standing Rock in ihrer Sorge um ihr Trinkwasser unterstützen.

 

WIR MÜSSEN JETZT DRAN BLEIBEN!


Unterstützen wir also mit praktischen Taten unsere Freundinnen und Freunde in den USA!
Packen wir´s an!

Wir können alle an die Bayern LB schreiben, die deutschen Kreditgeber von 120 Millionen für das Projekt. Machen wir ihnen klar, dass sie genauso klein beigeben müssen wie die norwegische Bank DNB das schon getan hat.

Quellen:
Süddeutsche Zeitung 1.12.2016
Deutschlandfunk 30.11.2016

 

Bildquelle Sioux-Indianer: By Heyn Photo [Public domain], via Wikimedia Commons

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