Kongress 2015: WASSER, WÄLDER UND WÖLFE / Das Comeback der Wildnis in Europa

 

WASSER, WÄLDER UND WÖLFE

DAS COMEBACK DER WILDNIS IN EUROPA

MAI 2015 auf der burg ludwigstein

 

Am 17. Mai 2015 ging der Kongress „Wasser, Wälder, Wölfe – Das Comeback der Wildnis in Europa“ zu Ende. Etwa 120 Menschen trafen sich für drei Tage auf der Burg Ludwigstein in Hessen, um sich zu diesem Thema auszutauschen und weiter zu bilden. Die einhellige Begeisterung bestätigte die Veranstalter vom Verein „Schamanisches Netzwerk Europa e.V.“ auf ganzer Linie.

Dass das Wasser im Kaffee sehr viel mehr ist als nur das Brühwasser, wenn auch das Wasser für den Bohnenanbau mitgezählt wird, das war vielen Besuchern neu. Dass die Meere erwiesenermaßen durchaus von Plastikmüll gereinigt werden können, war ebenso Thema, wie auch die Lebendigkeit des Wassers. Workshops und Vorträge lieferten ganz konkrete Anregungen dazu und dies wollen jetzt viele Besucher zu Hause ausprobieren.

Es war auch hochinteressant zu erfahren, dass unsere Wälder eigentlich meist nur Wirtschaftsforste sind. Ein echter Wald wäre ein vernetztes, komplexes Ökosystem vieler Lebewesen. Das ist leider oft nicht mehr der Fall. Doch es gibt ihn noch, den richtigen Wald, mitten in Europa!

Das Thema Wölfe wurde kontrovers diskutiert. Wölfe verhalten sich im Yellowstone Nationalpark (USA) ganz anders, als in Estland und Deutschland, wo viele Menschen leben. Die Erfahrungen aus Estland sind wichtig für Deutschland, denn dort wurden die Wölfe nie ausgerottet und die Menschen haben immer mit ihnen gelebt.

Auf dem Kongress wurde ein interessanter neuer Wildnisbegriff vorgestellt. Wildnis ist das, was sich unserer rationalen Kontrolle entzieht. Das sind Fluten ebenso wie ein Regenwurm oder ein selbstbestimmter Tod. Diese Wildnis gibt es überall, auch mitten in unseren Städten. Das Ziel von einer Kultur der Dominanz zu einer Kultur der Teilhabe zu kommen, regte eine ganz neue Selbstverortung an. In diesem Zusammenhang ist es für moderne Computermenschen schon eine kleine Revolution, wenn sie lernen wieder Kräuter von der Wiese zu essen oder selbst mit einfachsten Mitteln dem Holz das Feuer zu entlocken. Es machte den Teilnehmenden offenbar richtig Freude.

Die Workshops wurden geleitet von Lehrer und Lehrerinnen aus Irland, Norwegen, Estland, Island, Niederlande und Deutschland. Der Verein plant, auch Referenten aus Südeuropa für das nächste Mal dazu zu gewinnen.

Berührende Rituale zu Beginn und am Ende machten aus Fremden eine tragende Gemeinschaft auf Zeit.

Dass das Wetter mitspielte und manchen Besuchern direkt einen Sonnenbrand verpasste, unterstrich den besonderen Ort für den Kongress. Die malerische, alte Burg Ludwigstein ist ein guter Ort für solche Ereignisse.

Dass die Wildnis zurückkehrt, ist eine gute Botschaft die Mut macht. Sie jetzt auch im Alltag handelnd willkommen zu heißen, dass ist jetzt die Aufgabe Aller, die am Kongress teilgenommen haben.

 
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